Wir haben Fernsehen!
Juchu! Nach dreiwöchiger TV-Abstinenz meinerseits (ich guck ja eh nie Fernsehen, weil da gewisse Personen entweder nonstop Bloomberg oder Tatort schauen wollen) hat Mihalys unsere Glotze zum laufen gebracht. Im Junkroom stehen nämlich sage und schreibe zwei davon, eine große und eine kleine, aber nur die kleine funktioniert. Na immerhin! Und da es hier ja - ich muss es leider zugeben - mittlerweile mehr regnet als dass die Sonne scheint, können Ila und ich den ein oder anderen beschaulichen Abend damit verbringen, das griechische TV soziologisch zu analysieren. Zum Beispiel stellen wir uns die Frage: Warum sind alle griechischen Frauen blond? Wenn der OV-Blockbuster mal wieder gerade eine Werbeunterbrechung hat, ziehen wir uns den türkischen Musiksender rein. Und fragen uns: Warum sind alle türkischen Frauen blond?
Zwischendurch werfe ich immer einen kritischen Blick auf die tote Kakerlake unter dem Sofa – hat sie sich nicht eben doch bewegt? Ilaria hat sich schließlich erbarmt und sie zwar nicht weggefegt, aber immerhin einen Stuhl so davor gerückt, dass das Stuhlbein den Kadaver verdeckt. Denn was man nicht sieht, ist auch nicht da!
Wir hatten einen Hund!
Und das kam so: Mitten in unserer gemütlichen Fernsehsession klingelt es an der Tür. Da ich ja mit Halsweh bettlägerig war, öffnete Ilaria. Ich hörte einen Mann französisch reden und dann kam Ilaria auch schon wieder und sagte: "Miriam, we have a dog!" Dimitris` Vater hatte uns den Collie seines Sohnes überlassen, der für ein Meeting auf einer Insel weilte. Da hat ihn der Hund aka Houdini (weil er immer von überall verschwindet) so vermisst, dass er zum alten Haus seines Herrchens gelaufen ist. Wir geben ihm Wasser und Cracker, schauen mit ihm ein bißchen griechisches TV (weil die gewohnten Worte den Hund meiner Meinung nach mehr beruhigen als unser Englisch, Deutsch, Italienisch) und sperren ihn schließlich aus, damit Kostas ihn abholen kann. Am nächsten Morgen stand Houdini allerdings wieder vor unserer Haustür und am Morgen darauf auch. Und das alles, weil wir so lieb zu ihm waren!
Wir lernen griechische Heilmethoden!
Wie gesagt, unsere Kollegen sind ja immer sehr besorgt um uns. Als ich mich einmal verspannt hatte, fragte Mihalys: "You have a hair-dryer at home?" Ja, klar habe ich einen Fön! "You put a towel on your shoulder and use the hair-dryer...." Also, ich sollte meinen Schmerz mit der Wärme wegföhnen. Hab ich zwar nicht gemacht, aber danke für den Tipp! Als Ilaria Bauchweh hatte, meinte er: "You have a hair-dryer?" Ihr könnt euch schon denken, was folgte... Wundert mich eigentlich, dass er mir nicht bei meinem Halsweh dazu geraten hat, ein Handtuch um meinen Hals zu legen und... Nein, da wurde die arme kranke Miriam lieber daheim angerufen und ein gewisser Tasos meldete sich zu Wort. Er sei schon wieder zurück in Saloniki, ob man sich aber nicht noch mal auf Chios treffen wolle? Oh scheiße, ging es mir durch den Kopf, wie hat der nur meine Nummer bekommen? Er hat doch wohl nicht etwa bei meinen Kollegen angerufen und gefragt, wie peinlich... Im Fieberwahn kam ich also auf die abstrusesten Ideen, bis der Anrufer sagte: "It`s me, Mihalys, hahahaha...." Aaaahhh, very funny... Ob ich eine Flasche Tequila wolle, um mich auszukurieren? Nein danke. Lieber ein Handtuch.
And you know what you do when you`re tired of translating 2.000 words every day? You put a towel on your PC screen and take the hair-dryer...







